MV 2024

BRV-Mitgliederversammlung 2024

Am 3. Juni 2024 fand unter dem Motto "Ganz vorn dabei im Wettbewerb - kompetent, effizient, serviceorientiert!" die diesjährige BRV-Mitgliederversammlung (kurz MV) statt. Jedes zweite Jahr wird das jährliche Mitgliedertreffen traditionell am Vortag und am Standort der internationalen Branchenmesse der Reifen-/Räder-/Werkstattbranche THE TIRE COLOGNE veranstaltet. Deshalb hatte der BRV diesmal wieder ins Congress Centrum Nord der Koelnmesse eingeladen.

Grußwort Oliver Frese

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den BRV-Vorsitzenden Stephan Helm richtete Oliver Frese ein Grußwort an die Teilnehmer der Veranstaltung. Oliver Frese verantwortet als Chief Operating Officer (COO) der Koelnmesse GmbH das weltweite Messe- und Veranstaltungsportfolio, also auch die THE TIRE COLOGNE. Als „Hausherr“ am Veranstaltungsort gab er einen Ausblick auf die TTC 2024, die am folgenden Morgen ihre Pforten öffnete.

Bericht des Vorsitzenden zur Lage der Branche

In seinem anschließenden Bericht zur Lage der Reifenbranche bezeichnete Stephan Helm Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die wirtschaftlichen Umwälzungen infolge multipler Krisen als allgegenwärtig. Sie beeinflussten das berufliche wie persönliche Leben. Alle diese Themen forderten die Branche heraus, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben. Mit Blick auf die Geschäftsergebnisse 2023 und die aktuelle Stimmung in der Branche sei das in den zurückliegenden Monaten insgesamt recht gut gelungen, so resümierte er die vom BRV im Frühjahr erhobenen Daten zur Geschäftsentwicklung. Als besonders erfreulich hob er dabei die im Branchenschnitt erneut durchgängig erreichte Anpassung der Dienstleistungspreise hervor. Zugleich warnte er aber davor, sich auf diesem Erfolg auszuruhen. Aufgrund der anhaltenden Kostensteigerungen vor allem für Energie, Personal und Rohstoffe gelte es nach wie vor, die individuelle Kostensituation im Betrieb genau zu analysieren und die Dienstleistungspreise renditeorientiert zu kalkulieren. Die positive Stimmung in der Branche sei eine gute Ausgangslage, um die Ziele durchzusetzen. Jede Herausforderung biete auch eine Chance. Diese gelte es zu nutzen und in der Branche gemeinsam eine nachhaltige, innovative und erfolgreiche Zukunft zu gestalten.

Bericht der Geschäftsführung zur Verbandsarbeit

Dem Lagebericht des Verbandsvorsitzenden schloss sich BRV-Geschäftsführer Yorick M. Lowin mit seinem Bericht zur Verbandsarbeit an. Darin ging er auf die Themen Nachhaltigkeit, Aus- und Weiterbildung ein, stellte geplante Änderungen in der BRV-Mitgliederkommunikation in Aussicht und lud die MV-Teilnehmer zum Besuch des BRV-Messestandes und der diversen vom Verband (mit) organisierten Veranstaltungen im Rahmenprogramm der THE TIRE COLOGNE 2024 ein. Abschließend forderte er erneut ausdrücklich dazu auf, die Angebote im BRV-Leistungsportfolio als Mitglied auch zu nutzen; nicht nur einmal im Jahr auf der Mitgliederversammlung – auch unterjährig.

Satzungsgemäße Formalien

Natürlich wurden auf der MV auch wieder Punkt für Punkt die von der Verbandssatzung vorgeschriebenen Formalien abgehakt. Dieses Jahr auf dem Programm: Vorlage des Jahresabschlusses für das vergangene Geschäftsjahr, Bericht der Rechnungsprüfer, Genehmigung des Jahresabschlusses 2023, Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung für das zurückliegende Jahr und schließlich Vorlage und Genehmigung des Haushaltsplanes 2024. Die Wiederwahl der Rechnungsprüfer – Andreas Arnold und Peter Lüdorf – schloss diesen Themenblock ab, der in offener Abstimmung wie gewohnt reibungslos über die Bühne ging.

Neues aus Technik und Gesetzgebung

Michael Schwämmlein, BRV-Geschäftsführer Technik, informierte die Verbandsmitglieder über Neues aus Technik und Gesetzgebung und lieferte damit wichtige Hinweise für das betriebliche Serviceportfolio. Sein Themenspektrum reichte von der seit April verpflichtenden Zertifizierung von Werkstätten für den Zugriff auf diebstahl- und sicherheitsrelevante Reparatur- und Wartungsdaten nach dem EU-SERMI-Schema über die Bedeutung der im Juli einsetzenden RDKS-Pflicht für neu zugelassene Nutzfahrzeuge für den Reifenservice bis hin zu einem Update zu verschiedenen Regulierungen und Vorschriften, die für die (Lkw-)Reifenrunderneuerung relevant sind. Besonders bei den Themen SERMI und RDKS-Pflicht für Nutzfahrzeuge hob er deren Bedeutung für den Reifenhandel hervor.

BRV Ausbildungs-Awards 2024

Auch dieses Jahr fand im Rahmen der Mitgliederversammlung die Verleihung der BRV Ausbildungs-Awards statt. Den Wettbewerb für Nachwuchskräfte der Branche schreibt der Fachverband seit 2018 jährlich zusammen mit den Partnern Continental und Platin Wheels aus. Der Award wird an begabte und engagierte Auszubildende verliehen, die im Vorjahr ihre in einem BRV-Mitgliedsunternehmen absolvierte, duale Ausbildung in einem handwerklich-technischen oder kaufmännischen Berufsbild erfolgreich abgeschlossen haben. Neben einer Siegtrophäe erhalten die Gewinner attraktive Geld- und Sachpreise.

Über ihre Auszeichnung im diesjährigen Branchen-Nachwuchswettbewerb freuen sich Reifenhandwerker Jan Billerbeck (Reifenservice Billerbeck, Krayenberggemeinde, Platz 1), Großhandelskaufmann Sebastian Suffa (Reifenzentrale Rieger + Ludwig GmbH, Augsburg, Platz 2) und Kfz-Mechatroniker Leonardo Haziri (Ehrhardt Reifen + Autoservice GmbH & Co. KG, Clausthal-Zellerfeld, Platz 3). Mehr zu den diesjährigen Ausbildungs-Award-Gewinnern siehe hier. Erste Infos zum Wettbewerb 2025, für den die Bewerbungsphase am 1. Dezember dieses Jahres starten wird, gibt es auf der BRV-Ausbildungswebsite www.deine-zukunft-ist-rund.de.

Gewinner der BRV Ausbildungs-Awards

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BRV-Ausbildungs-Award 2024 - 1. Platz: Jan Billerbeck

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BRV Ausbildungs-Award 2024 - 2. Platz: Sebastian Suffa

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BRV Ausbildungs-Award 2024 - 3. Platz: Leonardo Haziri

Digitalisierung ist die Antwort – was war nochmal die Frage?

Keynote-Speaker Prof. Dr. Sascha Friesike zeigte unter dem Titel „Digitalisierung ist die Antwort – was war nochmal die Frage?“ Denkansätze für die Realisierung von Digitalisierungsprojekten in Unternehmen auf. Im Fokus standen dabei die Fragen: Was ist Digitalisierung? Wofür digitalisieren? Wie digitalisieren? Dabei wurde klar: Das Thema wird „gehypt“, aber jeder versteht darunter etwas anderes. Nicht zuletzt diese Unschärfe führt dazu, dass Digitalisierungsprojekte oft den falschen Ansatz haben: Sie verfolgen kein klar definiertes Ziel, das mithilfe von Digitalisierung erreicht werden soll, sondern setzen Digitalisierung an sich als Projektziel. Der Digitalisierungsspezialist erklärte, was digitale Transformation ist: „Das Ding an sich verändert sich aufgrund der Entwicklung“. Das möge der Mensch nicht gern, aber: „Genau das Problem ist es, um das wir uns kümmern müssen!"

Anhand der Konzepte „Bahn“ und „Boot“ veranschaulichte er, wo Hemmnisse in der digitalen Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft liegen: Bei der Bahn werde ein Schienennetz geplant und angelegt und der Lokführer fahre dann auf der Schiene. Ein Bootsführer hingegen kann zwar den Kurs planen, aber jedes Mal, wenn sich etwas ändere – zum Beispiel die Wetterbedingungen –, müsse er reagieren und die Navigation gegebenenfalls anpassen. Das Problem liege nun darin: „Wir brauchen mehr Leute, die Boot fahren, aber unser Ausbildungssystem bildet Lokführer aus!“ Eigentlich sei jetzt „unlearning“ notwendig; ein aktiver Prozess, sich von Dingen zu lösen, die man vorher getan habe. Die Herausforderung im Digitalisierungsprozess liege darin, dass man wagen müsse, mehr Fehler zu machen, und besser darin werden müsse, aus den eigenen Fehlern zu lernen. Doch die tiefsitzende Angst vor Fehlern behindere häufig kreative Entwicklungs- und Lernprozesse.

Der Digitalisierungsspezialist warnte vor dem Konzept der Nachahmung (Isomorphismus): „Alle Unternehmen fragen sich: Wie gehen wir mit der digitalen Innovation um? Dann sehen sie sich um und machen das, was andere Unternehmen auch tun.“ Das führe oft zu „merkwürdigen Entscheidungen“. Stattdessen riet er zum Konzept der skeptischen Neugier: Man solle nicht alles mitmachen, was andere auch machen. Aber man solle sich auseinandersetzen mit dem neuen Thema und hinterfragen: Was kann die neue Technologie und wie kann ich sie sinnvoll einsetzen?

Azubi-Kampagne Vulki & Co.

Gerd Wächter, Geschäftsführer der TOP SERVICE TEAM, präsentierte die interessante neue Kampagne „Vulki & Co.“ der Reifenhandelskooperation. Sie soll zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses gezielt die „Generation Z“ ansprechen und nimmt dafür die Kanäle „online, sozial und digital“ in den Fokus. "Herkömmliche Recruiting-Wege sind irrelevant geworden, mit Stellenanzeigen werden wir keine Auszubildenden mehr für uns gewinnen können“, sagte Wächter. Deshalb setzt die Kooperation auf zielgruppenorientierte Ansprache potenzieller Nachwuchskräfte in Zusammenarbeit mit dem Influencer VARION, der von seinen Sketch-Videos auf TikTok, Youtube und Instagram sehr bekannt ist (rund 3 Mio. Follower auf den Kanälen insgesamt). Sein Ende März veröffentlichtes Youtube-Video zum „Vulki“ gab den Auftakt zu der auf mehrere Jahre angelegten, nationalen und regionalen On- und Offline-Kampagne und lenkt bewusst den Blick auf den, so TEAM, „unbekanntesten, aber einzigartigsten Beruf der Branche, um ihn zur kommunikativen Speerspitze der Kampagne zu machen“. Mit einer gemeinsamen Dachmarke und Individualisierung auf die einzelnen Gesellschafter will die TEAM-Kooperation mittels der Recruiting-Kampagne Bewerbungen um die Ausbildungsplätze einen Schub geben, die ihre Gesellschafterunternehmen anbieten – vor allem im Reifenhandwerk (also bei den „Vulkis“), aber auch in anderen dualen Ausbildungsberufen. Das diene nicht allein den TEAM-Gesellschaftern, sondern letztlich der gesamten Branche, so sagte Gerd Wächter. Eine erste Zwischenbilanz zeigt für den Ansatz, im Nachwuchsrecruiting einmal ausgetretene Wege zu verlassen, ermutigende Ergebnisse. Abschließend richtete der TEAM-Geschäftsführer einen Appell an die Betriebe der Branche, sich unermüdlich für die Ausbildung im Reifenfachhandel stark zu machen.

Nachhaltige Altreifenentsorgung

Mit einem Beitrag von Danny Schwalbe, Geschäftsführer beim zertifizierten Altreifenentsorgungsunternehmen MRH Mülsen GmbH, stand schließlich das Thema nachhaltige Altreifenentsorgung auf dem Programm. Denn neben Digitalisierung und Prozessoptimierung, Anpassung des betrieblichen Portfolios an neue Technik/Gesetzgebung und Fachkräftesicherung für die Branche werden auch Nach haltigkeitsaspekte immer mehr zum Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. Schwalbe appellierte an den Reifenhandel, bei der Altreifenentsorgung mit zertifizierten Fachbetrieben der Arbeitsgemeinschaft ZARE zusammenzuarbeiten.

Networking im KölnSKY

Beim abendlichen Get-Together fand die BRV-Mitgliederversammlung 2024 ihren angenehmen Ausklang. Hier konnten die Teilnehmer sich mit Essen vom Buffet stärken, ein Glas miteinander trinken und sich in zwanglosem Ambiente untereinander austauschen. Das Ganze gekrönt von dem atemberaubenden Rundum-Blick auf die Kölner Skyline und das Gelände der Koelnmesse, den die Veranstaltungslocation KölnSKY ihren Gästen bietet.

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