Aufkommen & Verwertung

Stoffliche Verwertung von Altreifen steigt weiter

Das stoffliche Recycling von Altreifen hat weiter zugenommen, während die thermische Verwertung weiter rückläufig ist. Wie der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) in Frankfurt am Main mitteilte, lag die Gesamtmenge an Altreifen 2019 insgesamt bei 571.000 Tonnen. Das ist geringfügig weniger als im Vorjahr.

Der wdk veröffentlichte ebenfalls die Trends bei der Verwertung von Altreifen. Demnach hat das stoffliche Recycling im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2018 um 6 Prozent zugenommen. Dagegen ist die thermische Verwertung, die als Verbrennung in der Zementindustrie stattfindet, weiter rückläufig (minus 10 Prozent). Die thermische Nutzung von Altreifen habe eine hohe Bedeutung in der Zementindustrie und sei dort auch ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Altreifen bestehen zu etwa einem Dreiviertel aus einer brennbaren Fraktion, die energetisch genutzt wird. Der übrige Teil enthält stoffliche Ressourcen, die essenzielle Bestandteile des Zementklinkers sind, so dass Altreifen bei der Zementproduktion vollständig und reststofffrei verwertet werden können. Denn nicht alle Reifen können dem stofflichen Recycling zugeführt werden.

Während von den im Jahr 2019 angefallenen Altreifen knapp 32 Prozent (175.000 Tonnen) auf diese Weise verwertet wurden, liegt die Rate der stofflichen Verwertung mittlerweile bei gut 68 Prozent. Weitere wichtige Formen der stofflichen Altreifenverwertung  sind unter anderem die Wiederverwendung von Karkassen (26.000 Tonnen) und der Export von runderneuerten Reifen (48.000 Tonnen).

Aus den Sekundärrohstoffen Granulat und Gummimehl stellen europäische und vor allem deutsche Hersteller technisch hochwertige Produkte her. Das Beispiel der stofflichen Verwertung von Altreifen zeigt, wie eine Kreislaufwirtschaft funktionieren kann. Mit der Wiederverwertung leisten die Unternehmen ein wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit. Deshalb sei es kontraproduktiv, Produkte aus recycelten Altreifen ohne belastbare Faktenbasis pauschal zu verurteilen. Erforderlich sei vielmehr eine Förderung der Kreislaufwirtschaft, wie sie auch im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vereinbart wurde.