Sicherheitstipps

Was muss ich beim Reifendruck beachten? Wie wichtig ist die Profiltiefe meiner Reifen? Was sollte ich bei einem Reifencheck beachten?

Zu diesen und weiteren Fragen haben wir Ihnen hier einige wichtige Tipps und Tricks zusammengestellt.

Fünf Faktoren für Ihre Sicherheit

Seit dem 1. November 2014 müssen alle neuzugelassenen Pkw und Wohnmobile über ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verfügen. RDKS kontrolliert automatisch den Druck der Reifen und warnt vor Abweichungen. Weitere Informationen zum Thema RDKS finden Sie hier.

Überprüfen Sie dennoch regelmäßig händisch Ihren Reifendruck. Denn wenn dieser nicht korrekt ist, beeinflusst das nicht nur die Fahrstabilität und den Komfort negativ, sondern erhöht auch den Kraftstoffverbrauch. Übrigens: Bei vollbeladenen Fahrzeugen muss der Luftdruck erhöht werden. Angaben zum optimalen Reifendruck in Abhängigkeit zur Beladung des Fahrzeugs finden Sie im Tankdeckel, im Türholm des Fahrzeugs oder dem Kfz-Handbuch.

Achtung: Prüfen Sie Ihren Reifendruck nur am kalten Reifen, denn nur dann erhalten Sie das korrekte Ergebnis.

Die Profiltiefe ist ausschlaggebend für Ihre Sicherheit. Nur mit ausreichend Profil ist der Bremsweg minimal und die Gefahr des Aquaplanings minimiert.

Auch wenn der Gesetzgeber nur 1,6 mm Profil vorschreibt, raten Experten – wie auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat – die Reifen schon früher auszutauschen.

3 mm Profil sollten es mindestens bei Sommerreifen sein, Winterreifen sollten ab 4 mm Profil ausgetauscht werden. Sonst gerät man im Sommer schneller in Aquaplaning-Situationen und hat im Winter zu wenig Grip, da die Lamellen nicht mehr stark genug sind.

Übrigens: Wenn Sie keinen Profiltiefenmesser zur Hand haben, hilft ein 1-Euro-Stück. Verschwindet der äußere Rand vollständig im Profil, ist dieses noch ausreichend.

Natürlich überprüft auch der Reifenservicebetrieb schnell und kompetent die Profiltiefe.

Damit Ihre Reifen nicht unnötigen Einflüssen ausgesetzt werden, sollten Sie darauf achten, dass alle vier Ventilkappen vorhanden sind. Denn die Ventilkappen schützen die Ventile vor starker Verschmutzung. Es fehlt eine Ventilkappe? Kein Problem – Ihr Reifenfachhändler hilft Ihnen gerne weiter.

Obwohl es keine gesetzliche Altersbeschränkung für Reifen gibt, sollte man spätestens ab einem Alter von zehn Jahren eine Überprüfung durch einen Reifenexperten auf ihre weitere Verwendungsfähigkeit durchführen lassen. Dieser kann Ihnen dann zuverlässig sagen, ob Profil, Lauffläche und Gummi noch sicher sind.

Dies gilt selbstverständlich in erster Linie für Reifen, deren Restprofiltiefe sich noch im Rahmen der einschlägigen Empfehlungen (3 mm bei Sommerreifen, 4 mm bei Winterreifen) befindet, aber auch für solche bis zur gesetzlichen Grenze von 1,6 mm.

Übrigens: Das Reifenalter können Sie an der so genannten DOT-Nummer ablesen. Diese ist vierstellig und befindet sich auf einer Flanke jedes Reifens. Die ersten beiden Zahlen geben die Kalenderwoche an, in denen der Reifen produziert wurde. Die beiden letzten Zahlen geben Aufschluss über das Produktionsjahr.

Einmal falsch eingeschlagen und schon schleift der Reifen am Bordstein entlang. Reifen halten viel aus, aber eben nicht alles. Einfahrschäden von Bordsteinkanten oder ähnlichem sollten Sie grundsätzlich von einem Reifenexperten begutachten lassen. Dieser kann Ihnen sagen, ob Sie mit dem Reifen noch sicher unterwegs sind oder nicht.

Übrigens: Der Reifenservicebetrieb repariert Ihre Reifen fachgerecht und kompetent bei kleineren Beschädigungen – das spart auch noch Geld!

Reifencheck in 2 Minuten

Nehmen Sie insbesondere vor längeren Fahrten Ihre Reifen unter die Lupe!

Der Gesetzgeber verlangt ein Mindestprofil von 1,6 mm, das jedoch von vielen Experten als zu gering beurteilt wird. Fachleute empfehlen:

  • 3 mm Sicherheitsprofiltiefe bei Sommerreifen, da bei geringerer Profiltiefe die Aquaplaninggefahr steigt,
  • 4 mm Sicherheitsprofiltiefe bei Winterreifen, da bei weniger Profil die Lamellen schwinden, die für die Verzahnung mit der Fahrbahn sorgen.

Neben der Profiltiefe sind weitere Punkte wichtig, denn als Hightech-Produkte sind Reifen extrem hohen Belastungen ausgesetzt. Daher sind regelmäßige Reifenchecks unumgänglich. Nehmen Sie vor längeren Fahrten die Pneus unter die Lupe:

  • Wirken Reifenflanken porös?
  • Sind Risse oder Beulen zu erkennen?
  • Sind Fremdkörper in den Reifen gedrungen?
  • Erscheinen Querstege in den Längsrillen?
  • Sind die Wuchtgewichte noch an Ort und Stelle?
  • Und ganz wichtig: Haben alle Räder genügend Luft? Das Ersatzrad nicht vergessen!

Korrekter Reifendruck rettet Sie und Ihre Reifen

Kontrollieren Sie mindestens alle vier Wochen den Reifendruck der Reifen. Das mag gelegentlich lästig sein, kann aber im Extremfall Leben retten. Denn: Bei etwa 40 Prozent aller Verkehrsunfälle spielt zu niedriger Reifendruck eine Rolle. Für Ihre Sicherheit, aber auch für die Wirtschaftlichkeit der Reifen ist der korrekte Fülldruck also besonders wichtig.

Der Reifendruck hat Auswirkungen auf folgende Aspekte:

  • Erwärmung des Reifens,
  • Federungskomfort,
  • Fahreigenschaften,
  • Bodenhaftung,
  • Traktion (Bremsweg),
  • Rollwiderstand,
  • Runderneuerungsfähigkeit.

„Zu hoher oder zu niedriger Druck haben gravierende Auswirkungen auf den Kontakt des Reifens mit der Fahrbahn“, erläutert der Münchner Professor Norbert Seitz, einer der renommiertesten Reifen-Forscher und Reifen-Sachverständiger Deutschlands. „Das Profil kann sich mit dem Straßenbelag nicht mehr optimal verzahnen.“ Die Folge: schnellere und ungleichmäßigere Abnutzung. Noch entscheidender sind die Folgen für Ihre Sicherheit: „Der Grip des Reifens geht verloren und Bremswege werden länger. Das kann auch dazu führen, dass Ihr Fahrzeug in Kurven instabil wird“, warnt Reifenfachmann Seitz.

Folgen zu geringen Reifendrucks

  • steigender Rollwiderstand,
  • steigender Kraftstoffverbrauch,
  • steigender Reifenverschleiß (0,4 bar weniger: bis zu 30 Prozent geringere Lebensdauer),
  • erhöhter Treibstoffverbrauch (4 Prozent mehr bei 0,6 bar zu geringem Druck),
  • Verringerung der Reifenlebensdauer: 10 Prozent bei 0,2 bar zu wenig, 45 Prozent bei 0,6 bar

Ab 0,3 bar droht Gefahr: Die Reifentemperatur wird sehr schnell sehr hoch (ca. 150°C) und der Reifen droht, sich selbst zu zerstören. Bei zu niedrigem Druck wölbt sich der Mittelteil der Reifen-Lauffläche nach innen, bei zu hohem nach außen. Dadurch nehmen Aufstandsfläche und Bodenhaftung ab. Die verbleibende Kontaktfläche erhitzt stärker, was den Abrieb beschleunigt.

Reifendruck im Vergleich

Seit dem 1. November 2014 müssen alle neuzugelassenen Pkw und Wohnmobile über ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS)  verfügen. RDKS kontrolliert automatisch den Druck der Reifen und warnt vor Abweichungen. Je nach eingesetztem System werden die Daten direkt im Cockpit angezeigt, oder eine Warnleuchte weist auf falschen Druck hin. Weitere Informationen zum Thema RDKS finden Sie hier.